Mac OS X auf Nintendo Wii

Entwickler bringt Mac OS X Cheetah auf Nintendo Wii zum Laufen

Ein Entwickler hat das 25 Jahre alte Mac OS X 10.0 Cheetah auf einer Nintendo Wii zum Laufen gebracht – ein technisches Kunststück mit Hindernissen.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Entwickler Bryan Keller portierte Mac OS X 10.0 Cheetah erfolgreich auf die Nintendo Wii, möglich durch den kompatiblen PowerPC-Prozessor.
  • Keller musste einen eigenen Bootloader schreiben, den Kernel anpassen und spezielle Treiber für SD-Karte, Grafik und USB-Peripherie entwickeln.
  • Das vollständig dokumentierte Projekt ist auf GitHub verfügbar und fällt zeitlich mit dem 25. Jubiläum von Mac OS X zusammen.

Ein Entwickler hat erfolgreich Mac OS X 10.0 Cheetah auf einer Nintendo Wii zum Laufen gebracht – möglich wurde dies durch die Kompatibilität des PowerPC-Prozessors der Wii mit dem PowerPC 750CXe, der in den G3 iBooks und iMacs zum Einsatz kam. Bryan Keller musste dafür einen eigenen Bootloader schreiben, den OS-X-Kernel anpassen und Treiber für die Wii-Hardware entwickeln. Das Projekt ist vollständig dokumentiert und der Quellcode steht auf GitHub zur Verfügung.

Ein ambitioniertes Retro-Projekt

PowerPC erklärt!

PowerPC ist eine Prozessorarchitektur, die Apple von 1994 bis 2006 in seinen Macs verwendete, bevor das Unternehmen auf Intel-Chips umstieg. Die Nintendo Wii nutzte ebenfalls einen PowerPC-Prozessor, was die Portierung von Mac OS X überhaupt erst ermöglichte. Seit 2020 setzt Apple auf selbst entwickelte Apple-Silicon-Chips basierend auf der ARM-Architektur.

Entwickler Bryan Keller hat eine bemerkenswerte technische Leistung vollbracht: Er portierte Mac OS X 10.0 Cheetah auf die Nintendo Wii. Die Inspiration für dieses ungewöhnliche Projekt kam, nachdem er gesehen hatte, wie Windows NT auf die Spielkonsole portiert wurde. Da die Wii einen PowerPC 750CL-Prozessor verwendet – eine neuere Version des PowerPC 750CXe, den Apple in seinen G3 iBooks und iMacs einsetzte – vermutete Keller, dass eine Portierung möglich sein könnte.

Technische Herausforderungen meistern

Der Weg zum funktionierenden System war alles andere als einfach. Keller musste zunächst einen maßgeschneiderten Bootloader entwickeln. Anschließend passte er den Quellcode des OS-X-Kernels an und kompilierte eine modifizierte Kernel-Binärdatei. Damit der Kernel vom SD-Kartensteckplatz der Wii booten konnte, schrieb er eigene Treiber.

Eine besondere Herausforderung stellte die Grafik dar: Keller entwickelte einen Framebuffer-Treiber für die OS-X-Oberfläche und musste eine Farbinkompatibilität zwischen der Wii-Videohardware und dem OS-X-Grafikcode überbrücken. Für die Unterstützung von Peripheriegeräten suchte er jahrzehntealten OS-X-Cheetah-USBFamily-Quellcode im IRC.

Leidenschaft trifft auf Durchhaltevermögen

So engagiert war Keller bei diesem Projekt, dass er die Wii sogar mit in den Urlaub nach Hawaii nahm, um daran weiterzuarbeiten. Am Ende gelang es ihm, den Mac-OS-X-Cheetah-Installer mit funktionierender Tastatur und Maus zum Laufen zu bringen – die Wii wurde damit zu einem nutzbaren System unter OS X.

Für alle, die sich für die technischen Details interessieren oder das Projekt selbst ausprobieren möchten, hat Keller eine ausführliche Dokumentation auf seiner Website veröffentlicht. Der vollständige Quellcode steht auf GitHub zur Verfügung, sodass auch andere Entwicklerinnen und Entwickler das Projekt nachvollziehen oder weiterentwickeln können.

Ein Blick zurück auf Mac OS X

Das Projekt fällt zeitlich zusammen mit dem 25. Jubiläum von Mac OS X, das am 24. März 2001 offiziell auf den Markt kam. Steve Jobs bezeichnete es damals als „die Zukunft des Mac“ – ein Betriebssystem, das auf UNIX basierte und mit der ikonischen „Aqua“-Oberfläche, dem Dock und einem verbesserten Finder aufwartete. In den USA kostete Mac OS X damals 129 US-Dollar, seit 2013 verteilt Apple macOS-Updates kostenlos.

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